6 Kommentare
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Avatar von A.L. Nescio

Tja. Damit habe ich wieder mal Mühe:

Der Text ist sprachlich sorgfältig gebaut, aber mir bleibt er zu bedeutungsschwer. Er schreibt wie ein Gleichnis, möchte aber als Philosophie gelesen werden.

Grosse Begriffe wie Sinn, Bedeutung, Welt und Sprache werden gesetzt, nicht geprüft. Die Bilder tragen den Text, ersetzen aber stellenweise das Argument. Dadurch entsteht „Tiefengefühl“. Ob daraus wirkliche Tiefe wird, bleibt offen. Ich mag das Vorgegaukelte nicht.

Mein Unbehagen kommt wohl daher: Ich folge einem schönen Ton. Aber ich bin nicht sicher, ob ich am Ende mehr verstanden habe.

Avatar von zimmermann.text

Das ist einfach ein altes Fragment aus meinem Anthropologiestudium, das verschiedene Themen streift die mich interessieren. Formal eher Richtung Gründungsmythos (weil das in der Identitätskonstruktion sowohl von nicht sesshaften Kulturen, als auch Nationalstaaten/ Raumdeutungen eine große Rolle spielt. Ich hab’s deshalb bewusst im Hintergrund zu den Fotos gesetzt (zumindest war das meine Intention). Wäre er begrifflich konsistent würde ich auch nicht schreiben „weiß nicht, was ich mit dem Text wollte“.

Ich sehe das eher einfach wie eine Art Traumbild, von dem man sich gewisse Felder aufmachen kann.

Konsistenz wird man bei diesem Thema ohnehin nur durch verschiedene Lupen bekommen, also der Frage wie Bedeutung produziert wird z.B. durch Sprache (aber auch natürlich darunter, wieso überhaupt Sprache, wie unterscheidet sich das von anderen Lebewesen (Mensch als sinnlich unterentwickelt gegenüber anderen Lebewesen etc.)

Danke jedenfalls für die Kritik, ich kann das mal etwas strukturiert aufarbeiten, falls dich da verschiedene Thesen dazu interessieren.

Avatar von A.L. Nescio

Danke, das erklärt es gut. Als Gründungsmythos oder Traumbild gelesen, funktioniert der Text für mich deutlich besser. Ich habe wohl zu sehr nach begrifflicher Konsistenz gesucht.

Der Ton klang für mich nach grosser These, gemeint war eher ein offener Denkraum. Das ist ein anderer Zugriff.

Und alte Studienfragmente dürfen ja auch etwas Nebel im Mantel tragen. Das kenn ich sehr gut.👍

Avatar von Thomas Pöll

Sehr schön - altes Pensionsversicherungsgebäude in der Brigittenau?

Avatar von zimmermann.text

Ja, das könnte gut sein. Ich hab mich schon gefragt, was da drin war. Etwa auf halbem Weg zwischen Spittelau und Alter Donau. Das Gebäude ist mir schon öfter ins Auge gestochen, aber erst jetzt bin ich dazu gekommen, es etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Avatar von Thomas Pöll

Ja, das ist es. Aber es war die Unfallversicherung AUVA, PVA ist ein bissl davon entfernt :-) (bin dort aufgewachsen und hab später noch zehn Jahre in der Gegend gearbeitet).